Transparenz in der Schalttafelmontage
Datenverfügbarkeit durch Digitalisierung

Konrad Jagusch, Thomas Charwat, Wilko Flügge, Marten Stepputat und David Jericho

In der kundenorientierten Schalttafelmontage besteht die Notwendigkeit einer flexiblen Prozesssteuerung sowie der Reaktionsfähigkeit gegenüber nachträglichen konstruktiven Anpassungen. Analoge Informationsflüsse sowie die zeitlich weit vor Montagebeginn liegende physische Materialzuordnung zu den jeweiligen Aufträgen bilden diesen Sachverhalt nicht ausreichend ab. In diesem Beitrag wird daher ein System zur digitalen Kommunikation und einem flexiblen Materialeinsatz vorgestellt.

Die Schalttafelmontage ist ein manuell geprägter Prozess, der einem immer größer werdenden Individualisierungscharakter unterliegt und dem Druck kürzer werdenden Lieferzeiten ausgesetzt ist [1]. Kurzfristige Änderungen verlangen nach weniger starren Strukturen hin zu einer kundenspezifischen Auftragsabwicklung [2]. Während des Produktentstehungsprozesses sind viele verschiedene Informationen notwendig [3]. Trotz der voranschreitenden Digitalisierung wird im Bereich der Schalttafelmontage primär auf analoge Medien gesetzt [1]. Aufgrund dessen stehen Informationen oftmals nur verzögert zur Verfügung [1, 4]. Die Pflege, der Umgang sowie Abänderungen analoger Dokumente sind nur mit hohem Aufwand möglich [3] sowie kaum nachvollziehbar in Hinblick auf die Autorisierung dieser Anpassungen. Somit sind weder die Informationsverfügbarkeit noch die Datenintegrität gewährleistet. 

Bild 1: Derzeitiger Stand des analogen Informationsflusses und
einer starren Materialzuweisung in der Schalttafelmontage


Problemdarstellung des analogen Informationsmanagements

Bei der Schalttafelmontage steht jedes Unternehmen vor der Entscheidung der externen Vergabe oder der internen Eigenleistung [5]. In dem hier vorgestellten Szenario werden die Schalttafeln intern produziert, um nicht von externen Unternehmen und deren Lieferzeiten abhängig zu sein [2, 6]. Doch die aktuelle Materialbereitstellung sowie der derzeitige Informationsfluss während des Fertigungsprozesses reichen nicht aus, die erforderliche Transparenz gegenüber Anpassungen während des Prozesses in dem hier vorgestellten Maschinenbauunternehmen zu erreichen.

Derzeit sind frühzeitige Einsteuerungsmaßnahmen der jeweiligen Montageaufträge aufgrund der trägen vorgelagerten Prozesse wie der Material- und Informationsbereitstellung  notwendig. Das Material für die Schalttafeln wird vorkommissioniert in Materialkisten bereitgestellt. Aufgrund der zeitlich vorgelagerten auftragsweisen Kommissionierung [7] anhand von Stücklisten kann es jedoch zu Abweichungen durch nachträgliche Konstruktionsanpassungen kommen. Die zeitliche Diskrepanz zwischen dem Beginn der Kommissionierung und der eigentlichen Montage ist auf die Dauer des gesamten Materialbereitstellungsprozesses zurückzuführen. Dadurch entsteht die Gefahr der Nichtübereinstimmung der kommissionierten Bauteile und der eigentlichen Schalttafelkonstruktion bei nachträglichen Anpassungen.

Die Nutzung einer einheitlichen Datenbasis bleibt aufgrund der Erzeugung analoger Dokumente zu unterschiedlichen Zeitpunkten und basierend auf unterschiedlichen Ständen aus. Bedingt durch die Art des Informationsmanagements und den daraus resultierenden Unvollständigkeiten und fehlenden Verfügbarkeiten ist die Datenintegrität nicht oder nur geringfügig gewährleistet [8]. Abweichungen der Datenstände erzeugen Mehrarbeit und wirken sich negativ auf den gesamten Produktentstehungsprozess aus. In Bild 1 wird der derzeitige Stand dargestellt, der die Schwachstellen verdeutlicht. Es besteht ein erhebliches Optimierungspotential hinsichtlich des Materialeinsatzes sowie des begleitenden Informationsflusses.

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